Mit der für 2026 angekündigten Novellierung soll des GebäudeenergiegesetzGEG Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung Erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden umbenannt werden in Gebäudemodernisierungsgesetz. Zudem geht aus dem veröffentlichten Eckpunktepapier der Bundesregierung hervor, dass die erst 2024 eingeführte 65%-EE-Pflicht für Heizungen in Neubaugebieten wieder gestrichen werden soll.
Die BAKBAK Bundesarchitektenkammer hat Vorschläge für eine praxistaugliche Ausgestaltung des zukünftigen Gebäudemodernisierungsgesetz erarbeitet:
- Realistische Bewertungsverfahren
Im Gebäudebestand sollen stärker verbrauchsbasierte Ansätze genutzt werden, während im Neubau vereinfachte Modellverfahren bestehen bleiben. So lassen sich Gebäude schneller und praxisnäher bewerten – eine Voraussetzung, um die große Zahl an Bestandsgebäuden überhaupt systematisch in den Blick zu nehmen. - Lebenszyklus-Bilanzierung stärken
Treibhausgasemissionen müssen über den gesamten Lebenszyklus hinweg betrachtet und frühzeitig in Planungsprozesse integriert werden. Damit werden Planungsentscheidungen bereits in frühen Phasen auf ihre langfristigen Klimawirkungen ausgerichtet und Fehlentwicklungen vermieden. - Sanierungen gezielt priorisieren
Maßnahmen sollen sich auf die energetisch schlechtesten Nichtwohngebäude konzentrieren, um maximale Einsparwirkungen zu erzielen. So können die verfügbaren Investitionen dort eingesetzt werden, wo sie den größten Klimanutzen entfalten. - Technologieoffenheit mit klaren Leitplanken
Im Bestand können unterschiedliche Heiztechnologien eingesetzt werden – jedoch nur bei Einhaltung klarer Effizienz- und Klimavorgaben. Für Neubauten gilt weiterhin das Ziel emissionsfreier Gebäude. So bleibt Flexibilität im Bestand erhalten, ohne die langfristigen Klimaziele aus dem Blick zu verlieren. - Sommerlichen Wärmeschutz ausbauen
Angesichts zunehmender Hitzeperioden müssen passive Maßnahmen zur Vermeidung von Überhitzung stärker berücksichtigt werden. So wird der Gebäudebestand besser an den Klimawandel angepasst und der Bedarf an energieintensiver Kühlung reduziert.