ECTP-CEU (European Council of Spatial Planners), der europäische Dachverband der Stadtplanerinnen und Raumplaner, vereint 28 nationale Planungsorganisationen aus 24 europäischen Ländern und setzt starke Impulse für hohe berufliche Standards, nachhaltige Stadt- und Regionalentwicklung sowie den grenzüberschreitenden fachlichen Austausch. Als BAKBAK Bundesarchitektenkammer unterstützen wir dieses Netzwerk, um die Rolle der Stadtplanung zu stärken und gemeinsam zukunftsfähige Lebensräume im europäischen Kontext zu gestalten. Die Delegierte der Bundesarchitektenkammer ist Sabine Feldmann.
15th BIENNALE OF EUROPEAN TOWNS AND TOWN PLANNERS – Call for Projects
Die 15. Biennale der Europäischen Städte und Stadtplaner wird von der Associação Portuguesa de Urbanistas (APU) und dem ECTP-CEU – European Council of Spatial Planners – Conseil européen des urbanistes – organisiert und bringt Raumplaner, Forscher, politische Entscheidungsträger und Vertreter öffentlicher Behörden aus ganz Europa zusammen.
Der ECTP-CEU lädt Raumplaner, Forscher, politische Entscheidungsträger und Vertreter öffentlicher Behörden ein, Beiträge und Fallstudien für die kommende Biennale einzureichen. Diese Ausgabe befasst sich mit „Zeit“ als einer wesentlichen Dimension des Raums. Wir suchen Beiträge, die sich mit der Kluft zwischen raschen globalen Veränderungen und dem Tempo der räumlichen Transformation auseinandersetzen.
Städte und Regionen haben sich schon immer parallel zu kulturellen, sozialen, ökologischen und technologischen Veränderungen entwickelt. Doch während sich die Welt rasant wandelt, hinkt die Anpassungsfähigkeit der Städte und ihrer Verwaltungen oft hinterher. Diese Biennale untersucht,
ob Städte, Regionen und Gemeinschaften sich rechtzeitig an drohende Herausforderungen anpassen können, um weiterhin der natürliche Lebensraum der Zivilisationen zu bleiben.
Wie reagieren Planer – traditionell die Visionäre – auf diesen Wandel in einer Zeit ständiger Beschleunigung und am Vorabend einer neuen Revolution? Diese Veranstaltung betrachtet den Urbanismus durch eine zeitliche Linse und behandelt Zeit nicht nur als technische Variable, sondern als politische, soziale und kulturelle Dimension, die die Art und Weise prägt, wie wir leben und uns die urbane Zukunft vorstellen.
Richtlinien für die Einreichung:
Interessierte Referenten sollten ein Abstract (maximal 600 Wörter) einreichen, in dem sie ihren geplanten Beitrag skizzieren. Die Autoren sollten angeben, ob sie einen Vortrag halten oder ein Poster in ihrem bevorzugten Themenbereich präsentieren möchten.
Fallstudien: Praktiker werden dazu ermutigt, „gewonnene Erkenntnisse“ aus realen Projekten einzureichen. Diese sollten entweder bereits umgesetzt sein oder sich in der Umsetzungsphase befinden.
Forschungsarbeiten und Projekte, die noch nicht umgesetzt wurden, können ebenfalls eingereicht werden. Bevorzugt werden jedoch Fallstudien, wobei besonderes Augenmerk auf Beiträge gelegt wird, die sich auf die kommunale Raumplanung konzentrieren.
Full Paper Deadline: 12.10.2026
EUEU Europäische Union-Agenda for Cities: Neuer Rahmen für Stadtentwicklung und Planung in Europa
Die Europäische Kommission hat am 3.12.2025 ihre sogenannte „EU Agenda for Cities“ veröffentlicht und damit ein deutliches Signal gesetzt:
Städte sollen künftig noch stärker als zentrale Partner europäischer Politik anerkannt werden. Besonders im Fokus stehen bezahlbarer Wohnraum, Klimaanpassung, sozial gerechte Mobilität, Baukultur sowie die Qualität öffentlicher Räume. Laut Eurobarometer ist fehlender erschwinglicher Wohnraum das dringendste städtische Problem in der EU – 51 % der europäischen Stadtbevölkerung sehen dies als größte Herausforderung.
Die Strategie wird im engen Zusammenhang zum EU-Paket zum Wohnraum stehen, das voraussichtlich am 16.12.2025 vorgestellt werden soll. Das EU-Paket soll nicht nur Wohnungsbau und Sanierung fördern, sondern ausdrücklich auch eine hohe Qualität von Quartieren und nachhaltige Baumaterialien einfordern sowie eng mit den Werten des Neuen Europäischen Bauhaus verbunden sein. Damit knüpft die Agenda zugleich an die Leipzig-Charta an: integrierte Stadtentwicklung, soziale Teilhabe und die Aufwertung der gebauten wie grünen Infrastruktur sollen europaweit Leitbild bleiben.
Mit der „EU Agenda for Cities“ wird fachliche Planungskompetenz als öffentlicher Auftrag gestärkt. Die EU verknüpft zentrale Zukunftsthemen – bezahlbares Wohnen, Klimaanpassung, Mobilität, Energie, Freiraumqualität und Baukultur – ausdrücklich mit qualitätsorientierter, interdisziplinärer Planung. Architektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung werden damit als Schlüsselakteure einer integrierten, sozial und ökologisch ausgerichteten Stadtentwicklung anerkannt. Die BAK wird sich im Zuge dessen weiterhin bei der Umsetzung von Förderprogrammen und der Einführung von Qualitätskriterien und Vergabeverfahren einsetzen, sodass Planung als gestaltende, freiraumbezogene und städtebauliche Kompetenz verbindlich gesichert wird. Die Agenda bietet damit nicht nur Förderinstrumente, sondern einen politischen Hebel, um Planungsqualität dauerhaft in Europa zu verankern.
Die EU-Kommission plant ab 2026 regelmäßige hochrangige Dialogformate zur Stadtpolitik einzuführen, in denen Kommunen – und potenziell auch Fachvertretungen – direkt an der Ausarbeitung von EU-Maßnahmen beteiligt werden. Parallel dazu soll eine EU-weite Finanz- und Beratungsplattform, die Investitionen in Wohnbauqualität, grüne Infrastruktur, Mobilität und Stadtentwicklung bündeln. Damit wächst der Einfluss der EU auf lokale Planungspraxis, aber auch die Verantwortung des Berufsstandes, die Qualität dieser Investition mitzugestalten.
ECTP feiert 40-jähriges Bestehen
ECTP-CEU kommt zwei mal im Jahr zu Generalversammlungen zusammen. Am 8.11. fand die Herbstsitzung in Brüssel statt. Neben der Verleihung des Europäischen Stadtplanungspreises sowie der Durchführung des Workshops der Jungen Planerinnen und Planer , gab es in diesem Jahr einen besonderen Anlass: ECTP feierte im Festsaal der Freien Universität Brüssel ihr vierzigjähriges Bestehen.
Inhaltlich ging es auf der Konferenz unter anderem um zukünftige Schwerpunktthemen. Der Vertreter Portugals, Joao Pereira Teixeira, schlug die Themen „Sicherheit und Schutz“ vor und versteht diese sowohl in militärischer als auch klimatischer Hinsicht. Aus deutscher Sicht sollte das Thema „Stärkung der lokalen Demokratie“ hinzutreten. Dies ist zum einen angesichts stark auftretender autoritärer Tendenzen in mehreren EU-Mitgliedstaaten, zum anderen aber auch insgesamt in der EU angesichts der immer schwächeren Kommunalfinanzen und der daraus resultierenden Einschränkung der Handlungsfähigkeit der Kommunen erforderlich.
Der im Frühjahr auf der Generalversammlung gewählte Vorstand nahm seine Arbeit für 4 Jahre auf. Präsidentin ist aktuell die Belgierin Catherine Vilquin.

Sofia TSADARI, Administrator (SEPOX – Greece) ; Kent HAKULL, Administrator (FKP – Norway) ;
Markus HEDORFER, Secretary General (ASSURB – Italy) ; Catherine VILQUIN, President (CUB –
Belgium) ; Tomasz MAJDA, Vice-President (TUP – Poland ; Lidiia CHYZHEZVSKA, Administrator
(ASP – UC NSAU – Ukraine) ; Richard BLYTH, Administrator (RTPI – United Kingdom and Republic
of Ireland) ; Gerhard VITTINGHOFF, Treasurer (bAIK – Austria).
Von rechts nach links: Sofia TSADARI, Administrator (SEPOX – Greece) ; Kent HAKULL, Administrator (FKP – Norway) ; Markus HEDORFER, Secretary General (ASSURB – Italy) ; Catherine VILQUIN, President (CUB – Belgium) ; Tomasz MAJDA, Vice-President (TUP – Poland ; Lidiia CHYZHEZVSKA, Administrator (ASP – UC NSAU – Ukraine) ; Richard BLYTH, Administrator (RTPI – United Kingdom and Republic of Ireland) ; Gerhard VITTINGHOFF, Treasurer (bAIK – Austria).Janet Askew