Berlin, den 14.1.2026 | Wohnraum braucht Fläche: Die InWIS-Studie vom April 2025 zeigt, dass der Wohnungsbedarf in Deutschland allein durch Innenentwicklung nicht gedeckt werden kann. Ohne zusätzliche Bauflächen drohen massive Engpässe – insbesondere in wachsenden Städten.
Was steht in der Studie?
Die Studie legt dar, dass eine rein auf Innenentwicklung fokussierte Wohnbaupolitik nicht ausreiche, um den Bedarf an bezahlbarem Wohnraum zu decken. Dabei wird eine Stärkung der Innenentwicklung durchaus unterstützt. Diese reiche aber nicht aus. Ohne maßvolle Flächenneuinanspruchnahme (also neue Baugebiete) gerade in Ballungsräumen werde die Wohnraumversorgung in vielen Regionen nicht sicherzustellen sein – insbesondere nicht kurzfristig. Das 30-Hektar-Ziel bis 2030 bzw. das 0-Hektar-Ziel bis 2050 aus der Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung wird dabei als Hindernis wahrgenommen. Diese Strategien seien laut Studie allerdings auf Basis der Annahme einer schrumpfenden Bevölkerung in Deutschland erstellt worden. Aufgrund des Anstiegs der Bevölkerung z.B. durch Zuwanderung, seien die Rahmenbedingungen heute andere als es zur Zeit der Aufstellung des 30 ha Ziels im Jahre 2002 vorauszusehen war
Innenentwicklung auf dem Prüfstand
Die Studie zeigt zunächst, dass nur mit Innenentwicklung und Nachverdichtung der Wohnraumbedarf nicht in der notwendigen Geschwindigkeit gedeckt werden könne. Theoretisch seien zwar genügend Flächen vorhanden, aufgrund sehr unterschiedlicher lokaler Gegebenheit liessen sich diese aber nicht kurzfristig aktivieren. Es stellt sich die Frage, ob auch innerhalb des 30-ha-Ziels genügend neue Flächen ausgewiesen werden können, um die akute Wohnungskrise zu dämpfen. Dies hängt maßgeblich von der Bebauungsdichte der neuausgewiesenen Flächen ab.
Die Studie betrachtet insbesondere den Anteil der Wohnbaufläche an der gesamten neu ausgewiesenen Siedlungs- und Verkehrsfläche (SuV). Gegenwärtig beträgt dieser Anteil ca. 47%. Weiterhin stellt die Studie dar, dass auf diesen neuen Wohnbauflächen gegenwärtig eine durchschnittliche Dichte von 24 Wohneinheiten pro Hektar (WE/ha) realisiert wird. 24 WE/ha entspricht einer etwas höheren Dichte als ein Einfamilienhausgebiet, zeigt aber als Durchschnittswert an, dass auf neu ausgewiesenen Wohnbauflächen mehrheitlich EFH/ZFH entstehen.
Schon eine Reihenhausbebauung hat eine Dichte von etwa 40 WE/ha. Die Studie geht aber nicht davon aus, dass sich die durchschnittlichen Dichten kurzfristig erhöhen lassen. Sie zeigt aber auch, dass mit einer höheren Dichte (> 40 WE/ha) auch innerhalb das 30-ha-Ziels die notwendige Schaffung von Wohnraum möglich wäre.
Andrea Gebhard, Präsidentin der Bundesarchitektenkammer: „Die Studie ist unter Beteiligung der BAKBAK Bundesarchitektenkammer in Zusammenarbeit mit anderen Verbänden entstanden. Der Prozess war geprägt von intensiven und durchaus kontroversen Diskussionen um die richtige Ausrichtung. Im Ergebnis zeigt die Studie aber, dass einerseits auch eine Ausweisung von neuen Flächen für den Wohnungsbau erforderlich ist, aber andererseits diese Flächen mit einer höheren baulichen Dichte als bisher beplant werden müssen, um mit der knappen Ressource Fläche verantwortungsbewusst umzugehen. Das 30-ha-Ziel könnte so auch jetzt schon eingehalten werden bei gleichzeitiger Schaffung von mehr Wohnraum.“