Wettbewerbe als Innovationsmotor
Ein unerfahrenes Architekturbüro aus London gewann 1991 den Wettbewerb für das GSW-Hochhaus in Berlin, zog daraufhin in die Stadt und entwickelte sich zu einem der renommiertesten Architekturbüros Deutschlands: Sauerbruch Hutton. Heute ist das kaum mehr möglich, da aktuelle Ausschreibungen Referenzen für den jeweiligen Gebäudetypus verlangen. Kein Schwimmbad gebaut? Keine Schule realisiert? Kein Zugang. Matthias Sauerbruch beschreibt, was damals den Unterschied machte: Bauherren, die loyal blieben, als der neue Senatsbaudirektor das Projekt kippen wollte, Bezirksverordnete, die überzeugt werden mussten und eine Portion Naivität. Heute vermisst er Verfahren, die Risikobereitschaft und Erfindergeist belohnen. Ein Gespräch über Aufbruch, Zugangsbedingungen und die Frage, welche Architektur entsteht, wenn nur noch Erfahrene zugelassen werden und Innovation nicht mehr gefördert wird.
Das Gespräch mit Matthias Sauerbruch führte Kerstin Kuhnekath, Audio Architekten