Planung bleibt wertvoll! Positionen UND Informationen zur HOAI

Nach dem Urteil des EuGH am 4.7.2019

19.9.2019: Mit dem am 4. Juli 2019 ergangenen Urteil hat der Gerichtshof der Europäischen Union (EuGHEuGH Europäischer Gerichtshof) entschieden, dass die in der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAIHOAI Honorarordnung für Architekten und Ingenieure) geregelten verbindlichen Mindest- und Höchstsätze gegen Europarecht verstoßen. Der Luxemburger Richterspruch beendet ein seit dem Jahr 2015 andauerndes Vertragsverletzungsverfahren der EUEU Europäische Union-Kommission gegen die Bundesrepublik Deutschland. Für Architekten und Ingenieure sowie ihre Auftraggeber stellt die Entscheidung einen Paradigmenwechsel dar, auch wenn derzeit Gerichte und Rechtsgelehrte streiten, ob und zwischen wem die Mindest- und Höchstsätze der HOAI bis zu einer Änderung der Rechtslage in Deutschland weiterhin gelten oder nicht.

Welche Auswirkungen wird das Urteil für die Qualität unserer gebauten Umwelt, für die Baukultur haben? Welche konkreten Praxisfolgen sind zu erwarten? Das Urteil des EuGH bedeutet nicht, wie vielfach behauptet wurde, das Ende der HOAI. Die Rechtsverordnung gilt weiterhin und kann als Vertragsgrundlage zwischen den Parteien vertraglich vereinbart werden. Der Richterspruch hat lediglich die Verbindlichkeit der Mindest- und Höchstsätze der HOAI für unzulässig erklärt. Dabei hat er die grundsätzliche Eignung der verbindlichen Mindestsätze zur Qualitätssicherung durchaus anerkannt. Dies allein kann aber nach Auffassung des Gerichts nicht ausreichen, wenn Planungsleistungen auch Personen erbringen dürfen, die nicht die erforderlichen Qualifikationen nachgewiesen haben.

Lesen Sie in der folgenden Broschüre Antworten zu aktuellen Fragen rund um die Honorarordnung und wie es jetzt weitergehen sollte. Kammern und Verbände der planenden Berufe fordern in Bezug auf die Urteilsbegründung des EuGH eine stärkere Verknüpfung von Planung und Qualifikationen, um die qualitätssichernden und verbraucherschützenden Elemente von Planungsleistungen zu stärken.


Gesamte Publikation:


Aktuelle BAKBAK Bundesarchitektenkammer Meldungen:

  1. Publikation des Women in Architecture WIA Festivals erschienen

    Frauen in der Architektur

    Publikation des Women in Architecture WIA Festivals erschienen

    Frauen in der Architektur sicht- und hörbar zu machen, ihnen eine Bühne zu geben, ihre Leistungen zu zeigen – das war das Anliegen des Women in Architecture Berlin Festivals 2021. Institutionen, Verbände und Initiativen, auch die Bundesarchitektenkammer und die Architektenkammer Berlin, gestalteten das Festival mit.

    Die Publikation zeigt auf, was Institutionen aus Politik, Lehre und Wirtschaft, was Chef:innen und Mitarbeiter:innen, Hochschulleiter:innen und Professor:innen tun können oder schon getan haben, damit es vorangeht auf der „Baustelle Gleichstellung“. Herausgeberin ist das Berliner Netzwerk n-ails e.V.

  2. 1. Nachwuchsarchitekt:innentag erfolgreich durchgeführt
    © Till Budde

    Wie planen und bauen wir morgen?

    1. Nachwuchsarchitekt:innentag erfolgreich durchgeführt

    Am 28.10. trafen sich rund 300 Personen zum 1. Nachwuchsarchitekt:innentag. Neben Vertreterinnen und Vertretern der LAKs und der Praxis waren Studierende, Lehrende und Berufseinsteiger:innen aus allen vier Fachrichtungen Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur, Stadtplanung und Architektur in Berlin dabei. Eine gemeinsame Abschlusserklärung zu den wichtigsten Handlungsfeldern und zur Stärkung der Zusammenarbeit wurde verabschiedet. Ein ausführlicher Abschlussbericht ist bereits in Arbeit.


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